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Alle guten Dinge sind 3 – oder… Teil III

In meinem 3. Teil möchte ich mich nun endlich bewusst mit der Antwort auf die Frage auseinandersetzen, woher nur dieser ungeahnte Wunsch nach einem 3. Kind kam – mir diese Antwort bewusst zu machen, war letztendlich auch wichtig, um meinen geliebten Ehemann überzeugen zu können. Denn ohne ihn funktioniert hier nicht viel 😉

 

Wenn man Kinder bekommt, lässt dies einen gedanklich auch immer mal wieder in die eigene Kindheit zurückwandern. Und was soll ich sagen – ich habe 2 Geschwister 🙂 Doch was mir dabei noch viel deutlicher ins Herz schießt: die viele Freude und der Spaß, die/den ich in der bunten Welt mit 2 Geschwistern stets verspürte. Ja klar gab es auch Streit oder man wollte seine Ruhe haben. Doch was haben wir zusammen gespielt und uns Tolles ausgedacht! Was konnten wir alles zusammen erleben und teilen! Zu dritt – was die immerwährende Interaktion noch viel spannender machte, besonders als mein jüngster Bruder (9 Jahre jünger als ich) dann auch ein gewisses Alter erreicht hatte. Ich denke so gerne an die Ferienzeiten zurück und an die Familienurlaube und all den Spaß und die gute Laune und das Abenteuer, alles bereichert durch meine Brüder. Sie brachten mich zum Lachen, Staunen, kreativen Ideen, aber auch zum Nachdenken, Werte neu sortieren – und gaben mir immer die Gewissheit: ich bin nie alleine. Später wandelte sich das Bild vom gemeinsamen Spieleabenteuer zum Auffangen bei Herzschmerz, den/die FreundIn kennenlernen, zum Führen ernsthafter Gespräche über die Zukunft – bis hin zum Heiraten und nun selbst auf einmal Eltern werden. Und alles teilen wir, erleben wir nie alleine!

Dinge, die ich als Kind und auch Jugendliche gar nicht wirklich bewusst als solches Geschenk wahrgenommen hatte, schießen mir heute mit einer unglaublichen Wärme und Glückseligkeit ins Herz. Wenn heute ein Familientreffen stattfindet, sind dies auch stets die mit besondersten Momente: wenn ich meine Brüder ganz fest umarmen und an mich drücken darf – bzw. sie mich nach oben heben, weil ich ungefähr anderthalb Köpfe kleiner bin als sie 😉

Fazit 1: Ich möchte erleben, welchen Einfluss ein weiteres Geschwisterchen auf unsere beiden Großen haben wird – wie sie sich selbst noch mal neu kennenlernen, in ihrer Persönlichkeit erweitern, welche spannenden Ideen sie zusammen entwickeln, wie sie noch inniger füreinander da sein werden, wie der Familienzusammenhalt noch weiter verstärkt wird!

 

Wie viel bunter die Welt schon mit einem zweiten Kind werden kann, haben wir bereits erleben dürfen. Und wir sind Menschen, die gerne von viel Aktivität umgeben sind und gerne viel erleben – bloß keinen Alltagstrott einkehren lassen 🙂 Glaubt mir – das gelingt mit Kindern hervorragend! Sie animieren einen, sich immer wieder was zu überlegen, hoch vom Sofa zu kommen, raus unter andere liebe Menschen zu gehen, neue Freundschaften zu schließen, neue Ecken zu entdecken – und bereichern damit das eigene Leben nochmals um ein Vielfaches! Um wie viel spannender kann es mit einem weiteren Kind noch werden?

Fazit 2: Unsere Familienwelt und unser Alltag soll noch bunter werden, mit noch viel mehr Abenteuer, die wir zusammen erleben dürfen!

 

Ihr seht, es steckt viel Emotion darin – und natürlich viel persönliche Kindheitserinnerung. Mein lieber Mann ist ein Einzelkind und vermochte nicht alles davon in vollem Maße nachzuvollziehen. Doch er hörte mir zu und ließ sich von dem Glühen in meinen Augen umgarnen 🙂 Bis der Satz kam: „Grundsätzlich wäre ich einer Nr. 3 ja nicht abgeneigt. Ich habe früher immer gesagt: 2-3 Kinder.“ Und dann kamen sein ABERs, als ich ihn bat, mir zu erklären, was ihn dann innerlich so sehr von der Vorstellung abhielt:

ABER er möchte auch endlich wieder in den Urlaub fliegen können!

ABER er möchte kein neues Auto kaufen müssen!

ABER er möchte auch wieder mehr ausgehen, sich mit Freunden treffen können!

ABER wie sollen wir uns das leisten können?

 

Ich erkannte: das waren sehr sachliche Abers, keine emotionalen und diese Erkenntnis feuerte meinen Wunsch noch mehr an – denn ich sah unverhofft großes Potential, dass Schatzis Widerwille nicht in Stein gemeißelt war. Unterm Strich war immer eins für mich klar: ein weiteres Kind müssen BEIDE Partner wollen – sonst geht es irgendwann aus den Fugen und das tolle Familienzusammensein siecht dahin.

Ich atmete also durch und antwortete:

ABER man kann auch mit DREI Kindern in den Urlaub fliegen! Sicher nicht 2x im Jahr und nicht jedes Mal weit weg. Doch wir verdienen doch recht gut und spätestens nach der Elternzeit können wir auch wieder mehr zur Seite legen. AUSSERDEM: haben wir hier nun unseren Traum von Eigenheim errichtet und einen schönen großen Garten hinten dran. Da muss man vielleicht auch nicht jedes Jahr ständig wegfliegen 🙂

ABER unser Auto wird für die erste Zeit auch für 3 Kinder auf alle Fälle ausreichend sein. Die Älteste H. bekommt eine Sitzerhöhung, dann kann ich mich auch hinten problemlos dazwischen quetschen. Bzw. H. wird dann auch irgendwann vorne sitzen können. Und wie oft werden wir bitte mit 3 Kindern durch die halbe Weltgeschichte fahren? Wer uns bzw. dann auch Kind Nr.3 sehen will, muss halt auch einfach mal herkommen 🙂 Jahrelang fahren wir alle überall besuchen – jetzt sind die anderen mal mit Fahren dran…

ABER wo liegt das Problem, sich mit Freunden zu treffen? Wir kennen hier so wunderbare Familien im Ort – die werden wir doch auch weiterhin sehen können. Bei Nr. 3 ist man mit Weggehen sowieso viel entspanner und lässt sich nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen. Und wenn Schatzi mal abends einen trinken gehen will: ich werde ihm da bestimmt keinen Riegel vorschieben!

ABER die Kosten für eine Nr.3 werden wir doch wohl packen, oder? Wir haben beide gute Jobs (wofür wir immer wieder sehr dankbar sind) und beim 3. Kind kauft man eh nicht mehr so viel unnützes Zeug 😉 und haben ja auch noch einiges von den großen Geschwistern da. Der Rest wird schon machbar sein. Klar gehen manche Projekte wie Gartengestaltung und Treppe neumachen nun nicht so schnell wie gehofft – aber was hetzt uns denn? Es eilt doch nichts!

NA KLAR wird es anfangs Schlafmangel geben und unruhige Nächte – ABER eben weil man das alles schon 2x erlebt hat, wird es einen nicht mehr so aus der Fassung bringen wir damals.

DAFÜR gewinnen wir so viel dazu mit einem 3. Kind! So viel neue Liebe, die Bekanntschaft mit einem weiteren Zauberwesen, wir werden unsere beiden ersten Kinder noch mal ganz neu kennenlernen, es wird so viele tolle Momente noch mal geben und auch so viele neue Momente, die eine noch ungeahnte Bereicherung unseres Familienglücks bedeuten werden <3

 

Schatzi fielen keine unüberwindbaren Gegenargumente mehr ein – und ich erblickte ein zaghaftes Strahlen in seinen Augen (das mittlerweile unübersehbar ist – jedes Mal, wenn er das wachsende Bäuchlein sieht :)). „Na dann… lass es uns versuchen.“ Die überschwengliche Freude, die in dem Moment durch mein Herz katapultiert wurde, lässt sich nicht in Worte fassen!

 

Die Vorstellung wieder ein Baby im Arm halten zu dürfen, erneut so ein zauberhaftes Wesen heranwachsen erleben zu dürfen, durchströmt mich seit Beginn der Schwangerschaft wie ein stetiger Fluss der Freude – und facht noch weitere, bisher völlig ungeahnte Vorstellungen in meinem Kopf an. Dafür hat Schatzi allerdings kein so offenes Gehör – im Moment. Aber wer weiß, wohin die Familienreise noch gehen wird… 🙂

 

 

 

Alle guten Dinge sind 3 – oder… Teil II

Tja – wieso nur rückte die Vorstellung einer potentiellen Nr. 3 immer mehr in meinen Gedankenfokus, obwohl wir gleichzeitig als Eltern immer mehr „Freizeit“ zurück gewannen?

Bevor ich mich mit der Antwort auseinandersetzte, wieso ich mir auf einmal wirklich DREI Kinder wünsche, beschäftigte mich vorerst eine andere Frage – oder vielmehr Panik: wie viel Zeit möchtest Du noch verstreichen lassen, um eine Nr.3 Wirklichkeit werden zu lassen? Die Panikmacher im Überblick:

  • Die beiden Großen werden immer älter und damit wird auch der potentielle Altersabstand immer größer – was mir überhaupt nicht gefällt. Einen totalen Nachzügler möchte ich ungern haben, denn ich wünsche mir schon, dass die beiden mit ihrem Geschwisterchen spiel- und unterhaltungstechnisch noch etwas anfangen können.
  • Auch ich werde nicht jünger – je älter, desto schwieriger wird es schwanger zu werden und auch die Schwangerschaft selbst wird dann sicher nicht leichter.
  • Das potentielle 3.Kind hätte jetzt nur wenig Altersabstand zu den Kindern, die unsere Freunde hier im Umfeld kürzlich bekommen haben.
  • Und der wohl kritischste Faktor, der das Fass nahezu zum Überlaufen brachte: aus unerfindlichen Gründen möchte ich auf KEINEN FALL ein Winterkind, sondern ein Sommerkind haben! Am liebsten ein Juni-Kind! Bis spätestens September wäre alles noch im Rahmen – alles danach versetzt mich in Panik, was ich dann tun würde, wenn es bis dahin nicht klappen sollte. Achtung: zu dem Zeitpunkt hatten wir Sommer 2020 – es blieb also ein nicht allzu großes Zeitfenster zum schwanger werden und Smmerkind bekommen… (ja, vollkommen irre – ich weiß :))

Wie also zur Hölle kann ich Schatzi davon überzeugen, dass JETZT der richtige Zeitpunkt ist – und dass wir ein glückliches Leben mit 3 Kindern haben werden? Er will nämlich gar kein weiteres Kind…

Dafür wusste ich umso mehr: ich WILL! Und zwar JETZT SOFORT! Also brauchte ich eine sattelfeste Argumentation – was mich dann endlich auch zu der Analyse brachte, WIESO ich unbedingt 3 Kinder haben möchte…

 

Meine Überzeugungskünste haben mich mittlerweile schon in die 26. Schwangerschaftswoche katapultiert <3

 

Alle guten Dinge sind 3 – oder… Teil I

Seit Ostern ist die Katze – oder vielmehr das „Ei“ – aus dem Sack, weshalb ich nun auch hier dem kleinen Wunder ein paar Zeilen spendieren möchte. Dieses kleine Wunder ist auch der Grund, weshalb ich mit meiner Sa’Naya Geschichte immer noch nicht so voran gekommen bin wie erhofft.

Dieses kleine Wunder hat aktuell eine ungefähre Größe von knapp 30cm und turnt ganz schön lebendig in meinem wachsenden Bauch herum. 🙂

Anfang des Jahres habe ich diesem kleinen Wunder allerdings eine längere Phase heftigster ganztägig anhaltender Übelkeit zu verdanken, die mich komplett ausgeknockt hat. Da war an Plots verfeinern und Geschichten schreiben nicht einmal ansatzweise zu denken. Als die Übelkeit endlich am Abflachen war, hegte ich Hoffnung auf zurückkehrende Schreibmotivation – doch ich brauchte noch ein paar Wochen zum Erholen! Das ganze gepaart mit der anhaltenden Corona-Müdigkeit war keine gute Kombination.

 

Doch nun scheint eine Kehrtwende einzutreten, denn die ersten Zeilen von Sa’Naya sind erfolgreich in die Tasten gehauen. UND: mich überkam eine plötzliche Laune, ENDLICH ein Mini-Projekt abzuschließen, das ich seit – ich rechne – ACHT Jahren in der Schublade fertig geschrieben liegen habe *lach*

 

Doch bevor es dazu mehr gibt, lasse ich hier mal zunächst ein wenig meine Gedanken zum ganz aktuellen Zustand meinerseits schweifen. Ja, wir bekommen tatsächlich unser 3. Kind! Hätte mir jemand vor 10 Jahren erzählt, dass ich einmal 3 Kinder bekommen würde, ich hätte ihn ausgelacht! Das hätte ich mir niemals zugetraut! Nach der Geburt von Kind 1 holte mich eine wochenlange postnatale Depression ein und ich zählte jeden Tag mit Baby, der endlich vorbei war. Bei Nr. 2 fühlte es sich genau anders herum an und ich wollte das Kindlein gar nicht mehr ablegen. Dafür wurde ich vom Stress überrollt, ein Stillkind und ein Krippenkind unter einen Hut zu bekommen. Und 2 Minitiger häufig allein zu bändigen, da Schatzi im Schichtdienst, ist noch herausfordernder als nur einen Minitiger zu unterhalten und erziehen. Wie oft musste ich mich in der Zeit selbst auslachen, als ich an die ersten Monate mit nur einem Kind zurückdachte – und wie schrecklich anstrengend und kaum kaum auszuhalten ich die Zeit empfunden hatte!

Beide Male kehrte ich recht früh wieder in den Job zurück – einmal nach 5 und einmal nach 9 Monaten. War viel arbeiten und glücklich damit und es fühlte sich wirklich toll an, wie die Kinder heran wuchsen und wir Eltern wieder mehr und mehr Zeit für uns zurück bekamen und wir mehr und mehr entspannter mit den Kindern unternehmen konnten.

Doch ein ungeahntes Gefühl schlich sich ganz unbewusst ein und kroch immer wieder mal oben, formte eine Frage in meinem Kopf: sind wir wirklich komplett? Lange schob ich den Gedanken als verrückte Phase meines bunten Geistes beiseite, doch die Frage holte mich immer wieder ein. Gleichzeitig kamen viele Gegenfragen hoch – viele davon sicher nicht untypisch, wenn man über weiteren Nachwuchs nachdenkt: Willst du wirklich wieder viele schlaflose Nächte durchstehen müssen? Noch mal Elternzeit mit viel Gehaltseinbuße – könnten wir uns das leisten? Wie viele spannende Etappen würde ich in meinem geliebten Projekt auf Arbeit verpassen? Wie sollen wir uns dann noch unsere Träume von all den Urlauben erfüllen können? Und überhaupt: wir haben aktuell nicht mal 2 Kinderzimmer!

 

Das letzte Problem erledigte sich, als wir unverhofft ein Häuslein kaufen und sanieren konnten. Und seit wir in UNSEREM Heim mit viel Platz leben, kehrte bei mir unerwartet eine innere Ruhe ein, die ich nie für möglich gehalten hätte – Ich! Diejenige, die stets auf jede Dienstreise geflüchtet war, die in greifbare Nähe rückte und irgendwie immer spät nach Hause kam, wenn ich nicht dran war mit Kinder abholen. Finanziell spielte sich nun auch alles mehr und mehr ein. Und dann kam das Ereignis, das mir endgültig offenbarte: das ist keine Phase, das ist ein völlig unerklärlicher, aber äußerst inniger Wunsch in mir. Gute Freunde von uns bekamen ihr 3. Kind und jede einzelne Faser in mir schrie danach, dieses Glück auch erleben zu dürfen!

 

An der Stelle mache ich erst einmal eine Schreibpause – sonst artet der Beitrag gleich wieder in einem Roman aus 🙂  Den  Rest werde ich in einen 2. Teil packen: meine Selbstanalyse, was ich so verlockend an einer Nr. 3 finde und mein Ehrgeiz, meinen lieben Schatz davon zu überzeugen – der hatte nämlich so überhaupt gar keine Lust auf eine Nr.3 🙂