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Wahre Worte der inneren Stimme

Vorweg: ich fasse es gerade nicht, dass ich seit fast EINEM JAHR nichts mehr hier geschrieben habe!!

So oft hatte ich Sehnsucht nach dem Schreiben – und es gab mehr als genug Momente, in denen mir dieses Ventil mit Sicherheit von Hilfe gewesen wäre: Hauskauf, Hausentkernung, aus Alt mach Neu, Umzug mitten in Corona Zeiten, Vollgas-Projekt TROTZ Corona Zeiten, plötzlich ein Schulkind haben… doch genau da liegt das Dilemma: wie soll man da noch die Ruhe finden, um wirklich mal dem inneren Geist freien Lauf zu lassen, wenn die Zeit gerade so ausreicht, um einfach zu funktionieren?

Doch nun kommt der Herbst – das Wichtigste im/am/um dem Haus ist getan. Die Schuleinführung ist vollbracht. Die wichtigsten Entscheidungen getroffen. Die morgendliche Frische bringt Ruhe und klare Momente – die meinem Kopf die lang ersehnte Gelegenheit gibt, wichtige Wahrheiten bewusst werden zu lassen…

 

Ich kann nicht mehr! – weint sie.

Was kannst Du nicht mehr? – frage ich.

Es ist einfach alles zu viel.

Was ist alles?

 

Die Arbeit im Projekt macht jeden Zeitplan dicht

Eine Entspannung ist nicht in Sicht.

Die Große kämpft mit dem Schulanfang

Die Nerven liegen jeden Abend blank.

Die sauberen Klamotten sind schon dreimal wieder nass geregnet

Die Wäscheschüssel seit einer Woche mit selbem Inhalt gesegnet.

Die Katze hat den Keller schon wieder als Klo benutzt

Dabei habe ich noch nicht mal die Bäder geputzt.

Jeder Nachmittag ist von Geschwisterstreit getränkt

Jeder Nachbar mittlerweile meinen Verzweiflungsschrei kennt.

Und wenn ich dann abends die Rechnungen zu öffnen wage

Wieso wundre ich mich noch, dass ich die Tränen mit dem Taschentuch jage?

 

Darauf fällt mir nach kurzem Überlegen nur eine Antwort ein:

 

Du kannst ein neues Haus mit frischem Anstrich Dein Eigen nennen

Und mit Deiner Familie durch einen großen Garten rennen.

Deine Kinder sind nie krank und voller Energie

Empfangen Dich nach Feierabend stets mit großer Euphorie.

Sie toben sich mit Phantasie in ihren Zimmern aus

Während Du kannst putzen das halbe Haus.

Dein stressiger Job beschert der Familie ein sehr ansehliches Gehalt

Und fühle, wie Dein Herz stets vor beruflicher Erfüllung strahlt!

Vergiss nicht – Du bist nie allein auf weiter Flur

Dein Mann macht immer eine unterstützende Figur!

Hält Dir den Rücken frei, wenn auf Arbeit die Feuer brennen

Und fängt mit Ruhe die Kinder auf, wenn sie wieder Amok rennen.

 

Nicht jedem Krümel muss man gleich den Kampf ansagen

Man darf durchaus einen Moment des Genießens wagen.

Genießen des wahren Glücks, nur solch Dinge als Sorge zu empfinden

Die bei einem klaren Blick schlichtweg als Rauch entschwinden.

Nicht alle Wünsche lassen sich auf einmal finanzieren

Doch jeder kleine Schritt in Geduld heißt am Ende in große Freude investieren!

 

Wie Recht Du hast…….

Ein erster kleiner großer Gewinn

Seit über 16 Jahren verliere ich mich immer wieder in der Schreiberei – verarbeite in meinen Geschichten und Gedichten all die intensiven Momente des Lebens, die in meinem Herzen hängen bleiben, meine Gedanken beschäftigen, so viele Gefühle hervorrufen, die heraus gelassen werden möchten….

Und immer von dem Wunsch begleitet, anderen Lesern mit dem Geschriebenen zu zeigen, dass wir alle voller Gefühl sind, und voller Sehnsucht nach dem gelegentlichen Eintauchen in eine andere Welt, in der man das Leben als Zuschauer betrachten kann – und am Ende mit einem Gefühl von Ruhe, Entspannung, aber auch Nachdenklichkeit oder Inspiration wieder in die eigene Welt zurückkehrt.

 

Lesen kann und soll viel Freude und Ruhe bereiten. Schreiben bereitet mir immer beides – und nun bereitet es mir tatsächlich diesen ganz besonderen Moment, in dem ich meinen Namen und ein kleines Werk aus meinem Kopf und meinem Herzen unverhofft in einer Veröffentlichung wiederfinden darf. Für einen Augenblick stand die Zeit für mich still…

Ich danke aus tiefstem Herzen all den lieben Mitmenschen, die mich immer unterstützen und mir Zuspruch schenken! Insbesondere danke ich an dieser Stelle denjenigen, die mir bei diesem Werk mit ehrlicher und hilfreicher Kritik zur Seite standen! Ohhne Euch wäre dies hier wohl am Ende nicht geschehen:

 

Stiller Ruf der Steine

Truegerische Einigkeit

Trügerische Einigkeit

Es ist der Glaube an die Hoffnung,
Der einen stetig weiterträgt
Über die Steine der Enttäuschung,
Vom Irrglaube in den Weg gelegt.

Manch ein Schritt, er kostet Kraft,
Da Zuversicht gelähmt von Traurigkeit.
Wenn ein Berg mal wieder ist geschafft,
Das Herz nur kurz vom Schmerz befreit.

Die dunkle Stille, sie hält an –
Quält mit Bedacht den so naiven Geist.
Nur die eine Frage schreit dann und wann:
Steht man doch so allein, da nur Trug die Einigkeit verheißt?

Freiheit der Unendlichkeit

Leicht besänftigt halten sie im Dunkel inne

Die ewig aufgewühlten Sinne

Der Blick verweilt am nächtlichen Himmelsschein

die Gedanken horchen ganz tief hinein

fragen nach dem Grund der Getriebenheit

von der das Herz wohl nie wird befreit

 

Was will der Geist vom Schicksal hören?

Dass es ihm auch kann Ruhe gewähren?

Doch ist es wirklich das, was er verlangt?

Weil er um sein Wohlergehen bangt?

Ist’s nicht eine andre Frage, die da ruft?

Seit jeher nach einer Antwort sucht?

 

Die Nacht, sie offenbart die Tiefe der Ferne

Voller Unendlichkeit leuchten die Sterne

Das ist es, was den Geist beschäftigt

Erneut die stete Unruhe bekräftigt

Welch Zufriedenheit es wohl der Seele gäbe

Wenn sie die Freiheit der Unendlichkeit erlebte?

 

 

(Gestern Abend nach einem Tag voller Schreiberei.)

 

Weiße Erinnerung

Da blickt man am PC sitzend gedankenverlorenhinaus aus dem Fenster und bleibt an einem schneebedeckten Dach hängen. Aus dem dicken Schornstein steigt grauer Rauch auf, dahinter erhebt sich die trübe Kulisse eines Winterhimmels.

Ein plötzlicher Zeitsprung. Kindheitstage. Schneestraßen, die einen auf jedem Weg begleiten. Dicke Schneeflocken, die feuchte Muster auf der dicken Jacke hinterlassen. Der Matsch, der an den Stiefeln klebt. Eisige Luft, die nach Winter riecht – rußig, schwer. Lockt einen schon draußen mit den Gedanken ins warme Wohnzimmer. Dort angekommen, wird die aufgetaute Lunge mit Plätzchen, Kaffee und Kerzen gefüttert. Das gewohnte Tippen von Mamas Fingern auf der Tastatur, im Radio dudelt entspannte Musik. Das Rascheln der großen Zeitung, hinter der sich Papas Gesicht und eine Tasse Kaffee versteckt. Aus dem Kinderzimmer die Stimmen der kleineren Brüder, ganz im Takt mit ihrem Spielzeug.

Heim. Geborgenheit. Einlullende Zufriedenheit. Alle Sorgen so leicht und die Probleme gerade völlig unwichtig. Die Behaglichkeit nimmt den Moment voll und ganz ein.

Winter, der das zu Hause noch gemütlicher macht.

Und dem Kind eine immer währende Erinnerung schenkt, die es ein Leben lang zu passender Gelegenheit wieder aufrufen kann.

Sofort breitet sich die wohlige Wärme dieser Erinnerung im ganzen Körper aus.

Der größte Wunsch dieses Kindes: diese Kindheitstage auch an die eigenen Kinder weiterschenken zu können.

Wildes Moos

Wildes Moos

 

Wildes Moos

Trotzt dem rauen Küstenwind

Säumst wärmend die kluftigen Steine

Bist schon von mancher Flut umschäumt worden

 

Wildes Moos

Lauschst den salzigen Geschichten,

Die sich in den Wellen verstecken.

Von einst ruhmreichen Kapitänen,

die ihren tief liegenden Kiel durch die See jagten

den Bug voller goldschwerer Kisten.

Von zerbrochenen Herzen,

Die ihre Liebe im Meer ertränkten

und in den unruhigen Gezeiten ihren Frieden fanden.

Von verlorenen Seelen,

Die sich in der Gischt für immer verirrten

Und deren letzten Schreie vom Rauschen der Flut geschluckt wurden.

 

Wildes Moos,

Wirkst so ruhig, so gelassen

Doch in Dir tobt

Der ewige Ruf der ruhelosen See.

 

Carolinensiel, 05.07.2016

Wildes Moos

Experiment „Kurzgeschichte“ gestartet

Ich gestehe, dass mir das Genre Kurzgeschichten nicht so liegt. Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne ausschweife, alles tief analysiere, umschreibe, auf keinen Fall etwas auslassen möchte. Vor allem nicht die Gefühle. Doch genau das kommt bei einer Kurzgeschichte i.d.R. sehr kurz – die Kunst ist es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und es dem Leser zu überlassen, sich vorzustellen, wie es dem Protagonisten gerade wirklich geht…

Doch um sich im Schreiben zu üben, sollte ich wohl auch einmal diesen Pfad betreten – nicht zuletzt kann es mir vielleicht auch dabei helfen, den Blick auf meine Romanschreiberei etwas zu schärfen. Schließlich darf auch da nicht alles zu langatmig werden!

Kürzlich platzte mir auf Arbeit nebenbei diese Idee in den Kopf – und ich habe nun einfach mal einen Schreibversuch gestartet 🙂

 


 

Schicksalsflug

Der Flieger war bis auf den letzten Platz besetzt – hauptsächlich von Teilnehmern des Kongresses. Er saß wie auf jedem seiner Flüge in der letzten Reihe am Fenster, denn dort hatte er die meiste Ruhe. Im Hinterkopf vernahm er das Klacken seines Gurtes, als er sich anschnallte, doch seine Gedanken verweilten noch in den letzten Tagen.

Sie hatte so strahlende Augen gehabt, deren Leuchten bis tief in seine Seele gedrungen waren – und dort in der Erinnerung noch immer schimmerten. Nie hätte er gedacht, dass er in seinem Alter noch einmal so sehr von dem klaren Lächeln einer Frau berührt werden würde.

Doch es war aussichtslos gewesen. Sie war gefesselt an ihre Heimat.

Die Purserin sprach ihre Grußformel, anschließend vollführten die Damen ihren fest einstudierten Tanz. Sein Blick verweilte im Fenster, auf dem Flieger, der neben dem ihren stand. Geistesabwesend beobachtete er das Bodenpersonal, wie es die schweren Koffer auf die Wagen schmiss.

„Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ Mit diesen Worten hatte sie ihn verabschiedet und einen letzten Funken Glaube an das Gute in seinem Herzen hinterlassen. Doch dieses Gefühl der winzigen Hoffnung kam ihm nun – hier, zwischen all den Menschen, die wie er in ihr weit entferntes Heimatland zurückkehrten, in diesem großen Flugzeug, das ihn wie ein großer Wal geschluckt hatte – so lächerlich vor.

„Boarding completed.“

Die Triebwerke brummten, das Flugzeug rollte los Richtung Startbahn. Ohne Verzögerung hoben sie ab.

Sein Traum von einem neuen Leben verschwand unter den Wolken.

Er lehnte sich zurück, schloss die Augen. Versuchte zu vergessen. Die Gespräche der anderen Passagiere verschwammen zu einem Brummen. Das Geklapper von den Servierwagen klingelte nur noch ganz hinten in seinem Kopf, während sein müder Geist allmählich in die Trägheit abdriftete.

„Werte Fluggäste, ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit“, ertönte die charmante Stimme der Purserin, doch nun klang sie angespannt. Er schlug die müden Augen wieder auf.

„Einer unserer Passagiere benötigt medizinische Hilfe. Es handelt sich um einen Schwächeanfall. Befindet sich zufälligerweise ein Arzt unter Ihnen? Wenn ja, wären wir Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich schnellstmöglich bei uns melden würden. Sollte sich der Zustand unseres Passagieres nicht bessern, sind wir leider gezwungen, wieder zum Startflughafen zurückzukehren.“

Er war auf einmal wieder hellwach. Seine Gedanken rasten. Schmiedeten in Sekundenschnelle unerwartete Pläne.

Zurück!

Ein Wink des Schicksals!

Was wollte es ihm sagen?

Was sollte er tun?

War dies ein Zeichen, wo er sein wahres Glück finden würde – und eine zweite Chance des Schicksals, um es doch noch zu ergreifen?

Nein, es war ein bitterer Scherz, der ihn nun auf eine markabere Probe stellte.

„Bitte entschuldigen Sie mich“, bat er die beiden Personen neben ihm aufzustehen und ihn durchzulassen. Er trat in den hinteren Bereich des Flugzeugs und sprach die Stewardess an, die dort gerade das Essen vorbereitete.

„Ich bin Arzt.“ Sie blickte ihn erleichtert an.

Er wurde ganz nach vorne geführt. Dort, in der hintersten Reihe der Business Class, lag eine Person unter einer Decke. Er konnte sie nicht erkennen, da die Purserin direkt vor ihr stand und die Person einen Arm auf dem Gesicht liegen hatte.

Die Purserin fasste der Person sanft an die Schulter und hatte ein seltsam wissendes Lächeln auf den Lippen. „Wir haben tatsächlich einen Arzt an Bord.“

Die Person schlug ihre Decke zurück. Er riss die Augen auf.

„Mary!“

 


 

Selbstkritisch muss ich sagen, es ist wirklich ein erster Versuch, mal etwas ganz Kurzes zu schreiben. Es hat keiner tiefergehende Bedeutung – vielleicht den inneren Glaube daran, dass das Leben manchmal doch Überraschungen bereit hält 🙂 Es ist sicher ausbaufähig! Aber ich sehe es als guten Übungsstart, um mich im Schreiben zu trainieren 🙂

Herbstzauber

Wie ein fantastisches Feuerwerk strahlst du mir entgegen

Machst den grauen Nebel ganz arg verlegen

Verzauberst den Heimweg in einen goldnen Pfad

Wärmst mein Herz so wie ein heißes Winterbad

 

Goldregen wird vom sanften Wind getrieben

Bleibt schließlich auf dem Boden liegen

Du lässt mich wie eine Königin schreiten

Und mich durch einen Zauberwald gleiten.

Kurze Unendlichkeit

Vor einigen Jahren, noch zu Schulzeiten, befand sich meine Seele in einer sehr unruhigen Phase. In dieser Zeit sind einige Gedichte entstanden, die viel über mein Inneres verraten… eben bin ich über ein paar Worte gestolpert, die ich hier gerne noch einmal festhalten möchte, da sie noch immer sehr gut das beschreiben, was immer mal wieder für ein Sturm in mir tobt…

 

 

Kurze Unendlichkeit

Verloren hab ich mich

in meiner endlosen Phantasie

voller Hoffnung und Träume

Perfektion, Glaube, Wünsche

Wahrheit, die nicht wahr sein kann

Niemand hält mich auf

Ich treibe bis in die Unendlichkeit

Habe alles vergessen

außer meine tiefsten Sehnsüchte

die es hier gerade nicht mehr gibt

Alles so nah und doch so fern

Grenzen verschwinden, weg

Niemand kann sie aufhalten

meine Gedanken fliegen

Ich fliege mit ihnen

durch die Unendlichkeit

bis hin zum hellen Leuchten

 

und plötzlich ist alles wieder vorbei

Herbstdunst

Weiß und milchig breitest Du Dich aus

Senkst Dich hinab über Land und Haus

Das Licht wirkt schwer und drückt die Augen nieder

Treibt die Müßigkeit tief bis in die Glieder

 

Das Herz, das eben noch im Takt des Sommers schlug

nun voller Sehnsucht nach ruhigerem Atemzug

Lässt der unverhofften Stille Einkehr gewähren

Um zu wohliger Harmonie zu kehren

 

Vom Dunst des Sommers nun befreit

Bringt die kühle Frische eine neue Zeit

Lässt des Herzens Stimmung in andre Richtung wallen

Wo Rauschen und Wispern friedlich durch die Wälder hallen