Alle guten Dinge sind 3 – oder… Teil I

Seit Ostern ist die Katze – oder vielmehr das „Ei“ – aus dem Sack, weshalb ich nun auch hier dem kleinen Wunder ein paar Zeilen spendieren möchte. Dieses kleine Wunder ist auch der Grund, weshalb ich mit meiner Sa’Naya Geschichte immer noch nicht so voran gekommen bin wie erhofft.

Dieses kleine Wunder hat aktuell eine ungefähre Größe von knapp 30cm und turnt ganz schön lebendig in meinem wachsenden Baum herum. 🙂

Anfang des Jahres habe ich diesem kleinen Wunder allerdings eine längere Phase heftigster ganztägig anhaltender Übelkeit zu verdanken, die mich komplett ausgeknockt hat. Da war an Plots verfeinern und Geschichten schreiben nicht einmal ansatzweise zu denken. Als die Übelkeit endlich am Abflachen war, hegte ich Hoffnung auf zurückkehrende Schreibmotivation – doch ich brauchte noch ein paar Wochen zum Erholen! Das ganze gepaart mit der anhaltenden Corona-Müdigkeit war keine gute Kombination.

 

Doch nun scheint eine Kehrtwende einzutreten, denn die ersten Zeilen von Sa’Naya sind erfolgreich in die Tasten gehauen. UND: mich überkam eine plötzliche Laune, ENDLICH ein Mini-Projekt abzuschließen, das ich seit – ich rechne – ACHT Jahren in der Schublade fertig geschrieben liegen habe *lach*

 

Doch bevor es dazu mehr gibt, lasse ich hier mal zunächst ein wenig meine Gedanken zum ganz aktuellen Zustand meinerseits schweifen. Ja, wir bekommen tatsächlich unser 3. Kind! Hätte mir jemand vor 10 Jahren erzählt, dass ich einmal 3 Kinder bekommen würde, ich hätte ihn ausgelacht! Das hätte ich mir niemals zugetraut! Nach der Geburt von Kind 1 holte mich eine wochenlange postnatale Depression ein und ich zählte jeden Tag mit Baby, der endlich vorbei war. Bei Nr. 2 fühlte es sich genau anders herum an und ich wollte das Kindlein gar nicht mehr ablegen. Dafür wurde ich vom Stress überrollt, ein Stillkind und ein Krippenkind unter einen Hut zu bekommen. Und 2 Minitiger häufig allein zu bändigen, da Schatzi im Schichtdienst, ist noch herausfordernder als nur einen Minitiger zu unterhalten und erziehen. Wie oft musste ich mich in der Zeit selbst auslachen, als ich an die ersten Monate mit nur einem Kind zurückdachte – und wie schrecklich anstrengend und kaum kaum auszuhalten ich die Zeit empfunden hatte!

Beide Male kehrte ich recht früh wieder in den Job zurück – einmal nach 5 und einmal nach 9 Monaten. War viel arbeiten und glücklich damit und es fühlte sich wirklich toll an, wie die Kinder heran wuchsen und wir Eltern wieder mehr und mehr Zeit für uns zurück bekamen und wir mehr und mehr entspannter mit den Kindern unternehmen konnten.

Doch ein ungeahntes Gefühl schlich sich ganz unbewusst ein und kroch immer wieder mal oben, formte eine Frage in meinem Kopf: sind wir wirklich komplett? Lange schob ich den Gedanken als verrückte Phase meines bunten Geistes beiseite, doch die Frage holte mich immer wieder ein. Gleichzeitig kamen viele Gegenfragen hoch – viele davon sicher nicht untypisch, wenn man über weiteren Nachwuchs nachdenkt: Willst du wirklich wieder viele schlaflose Nächte durchstehen müssen? Noch mal Elternzeit mit viel Gehaltseinbuße – könnten wir uns das leisten? Wie viele spannende Etappen würde ich in meinem geliebten Projekt auf Arbeit verpassen? Wie sollen wir uns dann noch unsere Träume von all den Urlauben erfüllen können? Und überhaupt: wir haben aktuell nicht mal 2 Kinderzimmer!

 

Das letzte Problem erledigte sich, als wir unverhofft ein Häuslein kaufen und sanieren konnten. Und seit wir in UNSEREM Heim mit viel Platz leben, kehrte bei mir unerwartet eine innere Ruhe ein, die ich nie für möglich gehalten hätte – Ich! Diejenige, die stets auf jede Dienstreise geflüchtet war, die in greifbare Nähe rückte und irgendwie immer spät nach Hause kam, wenn ich nicht dran war mit Kinder abholen. Finanziell spielte sich nun auch alles mehr und mehr ein. Und dann kam das Ereignis, das mir endgültig offenbarte: das ist keine Phase, das ist ein völlig unerklärlicher, aber äußerst inniger Wunsch in mir. Gute Freunde von uns bekamen ihr 3. Kind und jede einzelne Faser in mir schrie danach, dieses Glück auch erleben zu dürfen!

 

An der Stelle mache ich erst einmal eine Schreibpause – sonst artet der Beitrag gleich wieder in einem Roman aus 🙂  Den  Rest werde ich in einen 2. Teil packen: meine Selbstanalyse, was ich so verlockend an einer Nr. 3 finde und mein Ehrgeiz, meinen lieben Schatz davon zu überzeugen – der hatte nämlich so überhaupt gar keine Lust auf eine Nr.3 🙂

Wann fliegen wir endlich wieder in den Urlaub?

„Mama, wann fliegen wir endlich wieder in den Urlaub?“

Eine Frage, die mir meine Töchter seit gut 3 Monaten regelmäßig stellen – und die ich mir auch selbst oft stelle und die mich kürzlich auch mal wieder zu einem Instagram Beitrag verleitete. Natürlich mag man sagen: Haben wir momentan nicht ganz andere Probleme? Losgelöst betrachtet ganz sicher.

 

Stellt sich mir die Folgefrage: was genau lässt mich den Flug in ein entferntes Land so schmerzhaft vermissen? Sind es die Palmen, das Meeresrauschen, die idyllische Hotelanlage, das genussvolle AI-Angebot? Das alles ist ganz sicher ein Teil des Pakets – gehören wir (da ticken mein Mann und ich zum Glück gleich) nun mal zu denjenigen, die in dieser Form von Urlaub eine wirklich spürbare Auszeit vom Alltag finden.  Denn der besteht aus 2 Vollzeitjobs – mit einem Schichtdienstler dabei, die Familie ist weit weg – also niemand hier, der mal kurzfristig einspringen kann. Dadurch ein permanentes Türklinke in die Hand geben, oft mit den Kindern alleine sein, nur jedes zweite Wochenende mal die Chance auf einen gemeinsamen Ausflug, und ein ununterbrochenes Geplane der einfachsten Dinge wie Einkaufen gehen oder mal ins Kino gehen. OK, da ist seit Corona eine Menge Planerei weggefallen – was aber mental nicht weniger stressig ist. Jetzt versucht man verzweifelt zumindest ein bisschen Programm zu planen, damit daheim die Decke nicht zu nahe kommt. Und dabei hängt einem das stetig wiederkehrende Spazieren gehen durch den Ort und um den See allmählich ganz schön zum Hals raus – also eher weniger motivierende Programmpunkte, die einem aus der Bude locken.

 

So ein krasser Tapetenwechsel à la „Ich steige aus dem Flieger aus und mir weht eine warme Brise salziger Mittelmeerluft ins Gesicht und die Sonne krabbelt mir verlockend über die Arme.“ würde da echt helfen, um den ermüdeten Geist wieder mit Energie zu füllen. Ein Sonnenbad im eigenen Garten (ja, durchaus ein Luxus in der aktuellen Zeit, das ist mir bewusst) reicht da auch nicht mehr aus. Es braucht dringend eine radikale Abwechslung, um die Ermüdung des Geistes endlich zu unterbrechen. Ich denke mal, viele empfinden ähnlich…

 

Doch das ist nicht alles, was so einen Urlaub in der Ferne vermissen lässt. Es ist die Bereicherung des Geistes, die man wohl oft gar nicht so bewusst wahrnimmt! So viele andere Menschen, denen man begegnet, die man beobachtet, mit denen man ins Gespräch kommt – über mal völlig andere Themen als mit den Liebsten daheim. Dazu die Einheimischen, die sich um Dein Wohl kümmern – und mit denen man ebenfalls ganz wunderbare Gespräche führen kann. Es ist die bunte Vielfalt der Kulturen, die da in einem anderen Land zusammenfinden, lachen, tanzen, sonnenbaden, flanieren gehen, das Essen genießen, ihre freien Tage am selben fernen Ort verbringen, aber auch ihr Geld verdienen und sich über etwas freundliche Aufmerksamkeit des Gastes ganz besonders freuen.

Und es ist noch viel mehr. Es ist die Geschichte, teils längst vergangene Kulturen und historische Stätten – die einen innehalten lassen, über das Vergangene sinnieren lassen, was Menschen bewegt hat, woran Menschen geglaubt haben, was sie angetrieben haben mag. Ein kleines Eintauchen in einen Teil der Menschheitsgeschichte – was durchaus inspirierend sein kann für Schreiberseelen wie mich.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich genau vor 7 Jahren in Mexiko bei wohlgemerkt alkoholfreien Cocktails, weil Baby im Bauch, in der bunten Lobby – umgeben von vielen Miturlaubern, den einheimischen Barkeepern, den bunten Ornamenten an den Säulen, dem sanften Rauschen der Palmenblätter im Innenhof – saß und nicht so schnell schreiben konnte, wie mir meine Ideen zum Plot des 2. Teils meiner Kristalle-Geschichte durch den Kopf schossen. In diesem Urlaub erfand ich neue Charaktere, verwob ihre Schicksale, ließ von ihnen den Verlauf der Geschichte in überraschende Richtungen driften, auf die ich vorher nie gekommen wäre.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Krönung war der Besuch der Maya-Stätten, welche meine Fantasie anfeuerte und mich auf Basis einer der Gebilde auf die Idee eines Spiels und dazu passende Regeln brachte – was nun ein Kernbestandteil des 2. Teils der Kristalle sein wird. Man weiß bis heute nicht wirklich, zu welchem Zweck die Maya dies hier errichtet hatten – die Theorie tippt auf einen Spieleplatz:

 

Es sind also nicht nur die Palmen und die Cocktails, die ich vermisse. Urlaub kann so vielfältige Eindrücke im ermüdeten Geist hinterlassen, dass man am Ende mit einer völlig neuen Mischung an Gedanken und Gefühlen wieder heimkehrt – und mit ihnen neue Frische, Motivation, Freude.

 

Ja – wann fliegen wir endlich wieder in den Urlaub…

Der Elfenwald ruft

Da habe ich vor ich-will-es-gar-nicht-sagen Monaten dieses Sa’Naya Gedicht hier reingestellt – und der lieben Elfe auch schon eine eigene Kategorie verpasst – in der festen Überzeugung, dass mich dieser Auftakt dazu animiert, auch regelmäßig die Geschichte fortzuführen und hier hochzuladen. Nun ja… irgendwie kam alles anders.

 

Doch nun ENDLICH suche ich mir wieder bewusst Momente, um mich wieder mehr in meinen Schreibmodus einzufinden – und dachte mir: die Sa’Naya Geschichte wäre doch ein guter Aufhänger, weil ich dazu ja bereits den Plot erstellt habe. Aber NEIN! Ich war noch VIEL fleißiger gewesen! Die gesamte Geschichte hatte ich damals schon in Stichworten niedergeschrieben! 😮

 

Wo also, liebes Schreiberherz, liegt eigentlich das Problem, dieses Miniprojekt auch endlich mal durchzuziehen? Ausreden gibt es jetzt eigentlich keine mehr 🙂 Also los, ihr Fingerchen, fangt an zu tippen!

 

Zum Warmwerden halte ich hier mal fest, wie gut ich mich noch an den Moment erinnern kann, als mein Kopf ganz unverhofft begann, diese Geschichte zusammen zu spinnen. Es war einer der wenigen Tage gewesen, an denen ich mir tatsächlich einen Tag Frei gönnte – und mich in meinem Friseursalon verwöhnen ließ! Aber es waren nicht die Haare – nein, meine Füße bekamen im angeschlossenen Pediküre-Zimmer eine fantastische Behandlung. Die Dame war so unglaublich, dass ich vor Wohligkeit und Entspannung in einen Halbschlaf sank…

 

Und plötzlich eintauchte in den Elfenwald, der im glitzernden Schatten der Bäume friedliche Ruhe versprühte – und nichtsahnend zur Kulisse einer sonderbaren Rätselreise einer jungen Elfin wurde. Das Bild wurde klarer – Sa’Naya, die mitten im Wald an einem alten Baumstamm angelehnt erwacht. Weder wissend, wer sie ist, noch was sie hierher geführt hat. Ein paar kleine Utensilien und der Wald selbst – mehr hat sie nicht, um herauszufinden, was geschehen ist…

Wahre Worte der inneren Stimme

Vorweg: ich fasse es gerade nicht, dass ich seit fast EINEM JAHR nichts mehr hier geschrieben habe!!

So oft hatte ich Sehnsucht nach dem Schreiben – und es gab mehr als genug Momente, in denen mir dieses Ventil mit Sicherheit von Hilfe gewesen wäre: Hauskauf, Hausentkernung, aus Alt mach Neu, Umzug mitten in Corona Zeiten, Vollgas-Projekt TROTZ Corona Zeiten, plötzlich ein Schulkind haben… doch genau da liegt das Dilemma: wie soll man da noch die Ruhe finden, um wirklich mal dem inneren Geist freien Lauf zu lassen, wenn die Zeit gerade so ausreicht, um einfach zu funktionieren?

Doch nun kommt der Herbst – das Wichtigste im/am/um dem Haus ist getan. Die Schuleinführung ist vollbracht. Die wichtigsten Entscheidungen getroffen. Die morgendliche Frische bringt Ruhe und klare Momente – die meinem Kopf die lang ersehnte Gelegenheit gibt, wichtige Wahrheiten bewusst werden zu lassen…

 

Ich kann nicht mehr! – weint sie.

Was kannst Du nicht mehr? – frage ich.

Es ist einfach alles zu viel.

Was ist alles?

 

Die Arbeit im Projekt macht jeden Zeitplan dicht

Eine Entspannung ist nicht in Sicht.

Die Große kämpft mit dem Schulanfang

Die Nerven liegen jeden Abend blank.

Die sauberen Klamotten sind schon dreimal wieder nass geregnet

Die Wäscheschüssel seit einer Woche mit selbem Inhalt gesegnet.

Die Katze hat den Keller schon wieder als Klo benutzt

Dabei habe ich noch nicht mal die Bäder geputzt.

Jeder Nachmittag ist von Geschwisterstreit getränkt

Jeder Nachbar mittlerweile meinen Verzweiflungsschrei kennt.

Und wenn ich dann abends die Rechnungen zu öffnen wage

Wieso wundre ich mich noch, dass ich die Tränen mit dem Taschentuch jage?

 

Darauf fällt mir nach kurzem Überlegen nur eine Antwort ein:

 

Du kannst ein neues Haus mit frischem Anstrich Dein Eigen nennen

Und mit Deiner Familie durch einen großen Garten rennen.

Deine Kinder sind nie krank und voller Energie

Empfangen Dich nach Feierabend stets mit großer Euphorie.

Sie toben sich mit Phantasie in ihren Zimmern aus

Während Du kannst putzen das halbe Haus.

Dein stressiger Job beschert der Familie ein sehr ansehliches Gehalt

Und fühle, wie Dein Herz stets vor beruflicher Erfüllung strahlt!

Vergiss nicht – Du bist nie allein auf weiter Flur

Dein Mann macht immer eine unterstützende Figur!

Hält Dir den Rücken frei, wenn auf Arbeit die Feuer brennen

Und fängt mit Ruhe die Kinder auf, wenn sie wieder Amok rennen.

 

Nicht jedem Krümel muss man gleich den Kampf ansagen

Man darf durchaus einen Moment des Genießens wagen.

Genießen des wahren Glücks, nur solch Dinge als Sorge zu empfinden

Die bei einem klaren Blick schlichtweg als Rauch entschwinden.

Nicht alle Wünsche lassen sich auf einmal finanzieren

Doch jeder kleine Schritt in Geduld heißt am Ende in große Freude investieren!

 

Wie Recht Du hast…….

Ein erster kleiner großer Gewinn

Seit über 16 Jahren verliere ich mich immer wieder in der Schreiberei – verarbeite in meinen Geschichten und Gedichten all die intensiven Momente des Lebens, die in meinem Herzen hängen bleiben, meine Gedanken beschäftigen, so viele Gefühle hervorrufen, die heraus gelassen werden möchten….

Und immer von dem Wunsch begleitet, anderen Lesern mit dem Geschriebenen zu zeigen, dass wir alle voller Gefühl sind, und voller Sehnsucht nach dem gelegentlichen Eintauchen in eine andere Welt, in der man das Leben als Zuschauer betrachten kann – und am Ende mit einem Gefühl von Ruhe, Entspannung, aber auch Nachdenklichkeit oder Inspiration wieder in die eigene Welt zurückkehrt.

 

Lesen kann und soll viel Freude und Ruhe bereiten. Schreiben bereitet mir immer beides – und nun bereitet es mir tatsächlich diesen ganz besonderen Moment, in dem ich meinen Namen und ein kleines Werk aus meinem Kopf und meinem Herzen unverhofft in einer Veröffentlichung wiederfinden darf. Für einen Augenblick stand die Zeit für mich still…

Ich danke aus tiefstem Herzen all den lieben Mitmenschen, die mich immer unterstützen und mir Zuspruch schenken! Insbesondere danke ich an dieser Stelle denjenigen, die mir bei diesem Werk mit ehrlicher und hilfreicher Kritik zur Seite standen! Ohhne Euch wäre dies hier wohl am Ende nicht geschehen:

 

Stiller Ruf der Steine

Kleiner Herbstmoment

Ganz unverhofft einen Nachmittag für mich und meine Gedanken bekommen:

 

Papi ist mit den Mädels auf einen Reiterhof um die Ecke gefahren. Ich darf es mir dafür bei klassischer Musik und Kerzenschein und Apfelkuchen genütlich machen, während draußen schummriges Herbstwetter tobt  – und mich voller Ruhe meinen Gedanken widmen, die sehnsüchtig darauf warten, für einen nächsten Schreibwettbewerb heraus gelassen zu werden…

 

Danke dafür, mein Schatz!

Zwischenbilanz

WER LESEN KANN, IST KLAR IM VORTEIL!!!!!

Weil ich keine genaue Mail erhalten habe, in der es so drin stand – und ich beim ersten Scrollen offensichtlich BLIND war!!!!! – habe ich übersehen, dass mein Name doch tatsächlich in der Ergebnisliste auftauchte *jubel* Oh Mann, wie ruinös ist mein Kopf eigentlich derzeit drauf??? *umfall*

 

Vor gefühlt einer Ewigkeit habe ich zwei Texte zu zwei Schreibwettbewerben eingereicht. Wie zu erwarten war, gehöre ich nicht zu den „Gewinnern“.  WELCH EIN ANBLICK, TATSÄCHLICH MEINEN NAMEN IN DER ERGEBNISLISTE SEHEN ZU DÜRFEN!!! Es wird zwar nicht Bestandteil der Print-Ausgabe, aber meine Kurzgeschichte wird auf dem Blog der Website zu lesen sein 🙂 Also die Gefühle in mir vermag ich gerade nicht in Worte zu fassen!

 

Dennoch habe ich für mich selbst alleine durch das Mitmachen einiges an Erkenntnis gewonnen, sodass die investierte Zeit so oder auf jeden Fall äußerst nutzbringend gewesen ist:

  • Sich erstmal an ein gefühlt völlig fremdes Thema zu setzen und dann plötzlich zu erleben, wie die Ideen wie von alleine aus dem Kopf schießen – ein aufregendes Gefühl, dass sowas geht!
  • Sobald der Ansatz steht, kann man sich wirklich erstaunlich tief in ein neues Geschichtengeflecht verfangen. Führt bei mir nur dummerweise schnell dazu, dass ich viel zu viel schreibe…
  • Was mich zum nächsten Punkt führt: JA, ES GEHT!! Als ich den ersten Entwurf meiner Kurzgeschichte rund hatte, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass ich VIERMAL so viel Zeichen getippt hatte, als es der Wettbewerb als Rahmenbedingung setzte! Wenn ich also mitmachen wollte, blieb mir uns eins übrig: alles radikal kürzen. Und es gelang tatsächlich, ohne dass die Geschichte ihren Inhalt und ihren Antrieb verlor. Also das war wirklich mal ein lehrreiches Projekt für mich. Ich werde ab nun auch an meine anderen Texte viel radikaler herangehen – ganz getreu dem Motto: „Alles raus, was keine Miete zahlt!“
  • Last but not least: Da gibt man die geschriebene Kurzgeschichte ein paar Beta-Lesern und erhält als Kommentar: „Da steckt eine Menge von dir selbst drin!“ Echt?? Ich hatte einfach meine Gedanken kreisen lassen, ohne einen bewussten Bezug zu mir selbst wahrzunehmen – doch scheinbar hat mein Unterbewusstsein da einiges mit hinein gesteckt, das da noch in tiefen Erinnerungen vor sich hin schlummert… nachdem mir das von mehr als einer Person bestätigt wurde, nehme ich die Geschichte plötzlich ganz anders wahr!

 

So viele Worte – und keiner liest sie…

Ja, in letzter Zeit bin ich eigentlich wieder so oft und viel am Schreiben wie schon lange nicht mehr! Und doch bekommt es niemand meiner so wertgeschätzten Beta-Leser zu sehen – noch nicht 🙂

 

Ich probiere mich derzeit an zwei Schreibwettbewerben aus. Nicht dass ich mir irgendeine Hoffnung mache – doch mich haben diese Schreibwettbewerbe schon so lange innerlich beschäftigt und nun endlich habe ich genug Motivation zusammen gerafft, um mich mal einem völlig fremden Thema zu widmen.

 

Und was stelle ich fest? Nach der ersten kreativen Hürde ist es unverhofft erfüllend und spannend, sich einmal zu einem ganz anderen – vorgesetzten – Thema, auszutoben und die Gedanken in ganz andere Bahnen fließen zu lassen. Ich spüre, wie dieses Experiment den Geist, ja die Wege des Denkens erweitert und Raum schafft für noch mehr Ideen. Man muss es nur zulassen…

 

Was fällt euch denn zum Thema „Genuss“ oder „Ruinen“ ein? 😉

Die Welt ist ein Dorf – selbst über den Wolken

Der Flieger füllte sich und die Vorbereitungen liefen ihren gewohnten Gang. Ein lautes, männliches Lachen ertönte aus den mittleren Sitzreihen und neben Nicole schreckte ihre Kollegin mit panischen Blick nach oben. Unverhofft krochen Erinnerungsfetzen in Nicoles Kopf hoch, Doch die Puzzleteile wollten sich noch nicht so recht zu einem Gesamtbild zusammen fügen. Dann trat wieder das gewohnte Gemurmel ein. Nicoles Kollegin verharrte noch immer in ihrer Schockposition, doch beschloss offenbar schließlich kopfschüttelnd, dass sie sich etwas eingebildet hatte. Nicole beließ es dabei und ignorierte den aufkeimenden Kloß der Gewissheit in ihrem Hals.

Als Nicole kurze Zeit später die Reihen kontrollierte, bedurfte es keine große Anstrengung mehr für das Vervollständigen des Puzzles. Das markante Gesicht mit den trügerisch dunklen Augen, umrahmt von dickem, schwarzem Haar, löste den letzten nötigen Funken an Erinnerung wieder aus und Nicole fragte sich, welchen Sinn das Schicksal mit diesem Flug verfolgte. Dann ertönte die beruhigende Stimme des Kapitäns und rief ihre Konzentration zurück auf den Ablauf.

Über den Wolken erklang das vertraute Geklapper der Getränkewagen. Nicole würde von vorne beginnen, ihre Kollegin von hinten. Nicole hatte ihr bisher nicht verraten, zu welcher Erkenntnis sie gelangt war – und würde nun alles daran setzen, dass ihrer Kollegin diese Erkenntnis bis zum Ende des Flugs erspart blieb.

Reihe 7. Reihe 8. Reihe 9.

Reihe 32. Reihe 31. Reihe 30.

Der erste begann, zwei Getränke zu bestellen und Nicole fluchte innerlich – ab jetzt würden das alle wagen. Der zweite Tomatensaft wurde geöffnet. Dafür kämpfte ihre Kollegin mit der ersten Sektflasche. Kaffee schwappte über Nicoles Hände, doch sie wusste, dass es heute um viel schlimmeren Schmerz ging.

Reihe 12.

Reihe 25. Reihe 24.

Reihe 14.

Reihe 19 war erreicht.

Als die Getränkeausgabe beendet und die Trolleys wieder verstaut waren, saß Nicole im hinteren Ende des Fliegers und hielt ihre weinende Kollegin in den Armen. War es wirklich erst drei Wochen her, als sie diesen Mann auf einer gemeinsamen Party gesehen hatte? Genau in dem Augenblick, als er diesem jungen Mädel auf der Tanzfläche seine Zunge in den Hals schob?

Ihre Kollegin schluchzte laut auf – also ob sie gerade im selben Moment dieses Bild vor Augen hatte.

„Selbst die Wolken schützen einen nicht immer vor dem Wahnsinn da unten“, flüsterte Nicole leise.

Zeiten voller Emotionen

So lange schon habe ich hier nichts mehr geschrieben – wieso? Weil ich die letzten Monate eine Zeit voller heftiger emotionaler Momente durchlebt habe, die eher in Richtung Tal denn in Richtung Bergspitze gingen. Und gerade dann, wenn man das Schreiben als so wichtiges Ventil gebrauchen kann – fehlt einem jegliche mentale Energie, um sich noch darauf einzulassen.

 

Doch nun endlich konnte sich mein aufgewühlter Geist wieder beruhigen und ganz wichtig: auf die Dinge besinnen, die ihm die wahre Energie im Leben geben. Familie, zu Hause, Geborgenheit, Vertrautheit. Und wozu führte es direkt: dass ich tatsächlich endlich die letzten Baustellen in meinem Roman aufräumen konnte! Ein gutes Zeichen? Wir werden sehen! 🙂

 

Dieses Manuskript in den Händen zu halten – ein unbeschreibliches Gefühl des inneren Stolzes und vor allem Friedens. Ich finde wieder zu mir selbst zurück…