Aus der Ich-Perspektive betrachtet

Nun habe ich zwei Buchreihen – eine davon wohl jedem als „Die Tribute von Panem“ bekannt – gelesen, die in der Ich-Form geschrieben sind.

Ich war äußerst gespannt, wie es sich:

  • als Leser anfühlt, in solch eine Erzählperspektive hinein versetzt zu werden
  • vom Autor umgesetzt wurde, solch eine Erzählpersepektive zu gestalten.

 

Bei der Askir-Reihe muss ich zugeben, dass ich beim Aufschlagen der ersten Seite unerwartet heftig enttäuscht war, als ich sah, dass mich die Ich-Perspektive erwartete. Ich konnte mir partout nicht vorstellen, dass es mir gelingen würde, eins zu werden mit der MÄNNLICHEN Hauptperson.

Und war völlig fasziniert davon, wie einfach sich dies schon nach wenigen Seiten erwies!

 

Das Lesen dieser Buchreihen hat meinen Schreiberhorizont enorm erweitert. Diese Perspektive ermöglicht ganz andere Arten der Gefühls- und Gedankenübermittlung. Was mir auffiel:

Man muss gar nicht so viel beschreiben, vieles kann man als Leser auch so gut empfinden.

Die Emotionstiefe und auch -heftigkeit kann deutlich intensiver ausfallen.

 

Es schränkt aber auch manches ein bzw. verlangt einiges an Autorenkunst ab, wenn es darum geht, dem Leser auch die Gedanken, Empfindungen, Emotionen der mitagierenden Personen zu vermitteln. Dabei sind gut überlegte Dialoge nicht alles!

 

Resümee: meine Finger kribbeln danach, sich auch einmal an dieser Perspektive auszuprobieren. Dank eines kreativen Traumes, den mir mein Kopf vor einiger Zeit beschert hat, hätte ich auch schon eine gute Story-Grundlage, an der ich mich selbst erproben könnte:

Eine Unterwasserwelt voller Höhlen – die weiten und tiefen Gängen mit wertvollen Rohstoffen gefüllt. Als die Menschen diese Welt entdecken, stellen sie fest, dass die menschenähnlichen Unterwasserwesen in der Lage sind, diese wertvollen Rohstoffe im festen Gestein zu finden.

Da diese Wesen keine Andeutungen an Kommunikation zeigen, werden sie für primitiv befunden. Doch sie sprechen erstaunlich auf mentale Kontrollmechanismen an, die es ermöglichen, ihre natürlichen Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Bald schon ist ein effizientes Abbausystem errichtet.

Doch eine Frau, frisch von der Tauchakademie in ihrer neuen Tätigkeit auf der ozeanischen Abbaustation angekommen, bemerkt bei ihren Tauchgängen, dass diese Wesen auf telepathische Art und Weise miteinander kommunizieren – und erkennt mehr und mehr, dass sie die Gedanken versteht. Sie kann sich ihre Fähigkeiten nicht erklären. Als sie schließlich herausfindet, dass die Wesen dabei sind, einen Widerstand gegen ihre geistige Versklavung aufubauen, beginnt sie, ihre gesamte Mission in Frage zu stellen…

3 Gedanken zu „Aus der Ich-Perspektive betrachtet

  1. Mit der ich-Perspektive das ist so eine Sache. Man kann nicht parallele Erzählstränge aufbauen, weil der Protagonist das ja nicht kennen kann.
    Klassisch findet man das z.b. in Detektivgeschichten. Für Fantasy-Geschichten denke ich, dass man sich da viele Möglichkeiten verbaut, weil die Geschichte dann doch mehr oder weniger linear wird.

    zur Story-Idee: Du willst über Hortas und Vulkanier schreiben? 🙂

  2. Die Serie, die ich dir im BF empfohlen habe, ist auch in der Ich-Perspektive geschrieben. Und ich finde sie einfach toll.

    Auch eine Möglichkeit ist, dass sich Protagonisten abwechseln, aus deren Sicht die Story erzählt wird. Definitiv auch spannend. Ich mag die Ich-Perspektive als Leser sehr, eben weil Emotionen so sehr leicht transportiert werden können.

  3. Saida – auf die Buchreihe freue ich mich soooo sehr! Mensch, ich brauche echt mehr Zeit. So viel zum Lesen – und zum Schreiben. Irgendwie passt das alles immer nicht *lach* Und die sind in der Ich-Perspektive – umso spannender!! Ich werde dir berichten, wenn ich am Lesen bin, wie ich die Serie finde 🙂

    Das Abwechseln ist auch eine super Idee. So ein Buch ist mir bisher noch nicht in die Finger gefallen, muss aber für den Leser auch richtig klasse sein, wenn es gut gemacht ist!
    Und genau – aus der Ich-Form muss man teils ja viel weniger be-/umschreiben, weil es dem Leser fiel leichter fällt, selbst voll in der Rolle drin zu stecken. WENN es gut geschrieben ist 😉

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