Zeiten voller Emotionen

So lange schon habe ich hier nichts mehr geschrieben – wieso? Weil ich die letzten Monate eine Zeit voller heftiger emotionaler Momente durchlebt habe, die eher in Richtung Tal denn in Richtung Bergspitze gingen. Und gerade dann, wenn man das Schreiben als so wichtiges Ventil gebrauchen kann – fehlt einem jegliche mentale Energie, um sich noch darauf einzulassen.

 

Doch nun endlich konnte sich mein aufgewühlter Geist wieder beruhigen und ganz wichtig: auf die Dinge besinnen, die ihm die wahre Energie im Leben geben. Familie, zu Hause, Geborgenheit, Vertrautheit. Und wozu führte es direkt: dass ich tatsächlich endlich die letzten Baustellen in meinem Roman aufräumen konnte! Ein gutes Zeichen? Wir werden sehen! 🙂

 

Dieses Manuskript in den Händen zu halten – ein unbeschreibliches Gefühl des inneren Stolzes und vor allem Friedens. Ich finde wieder zu mir selbst zurück…

 

Ungetrieben

Ich muss kurz stehen bleiben, um meinen Sinnen überhaupt die Möglichkeit zu geben, dieses eigenartige Gefühl von unverhoffter Vertrautheit erfassen zu können, das ganz plötzlich in mein Inneres einschlägt. Wie ein heftiger Blitz schießt das eine Wort durch meinen Kopf: Ungetrieben.

Ich beginne zu begreifen: federleichter Schritt, ganz in der Geschwindigkeit, nach der meinem Gemüt gerade ist, führt mich zu meinem Auto. Die Gedanken – zunächst ganz unbewusst – kreisen noch um die Momente des heutigen Tages herum, die mir ein permanent anhaltendes Gefühl deer Ruhe beschert haben, die von nichts zwischendurch wieder durchbrochen worden war.

Die Aussicht auf den verbleibenden Abend – in meinem Tempo nach Hause kommen, im Flur den Blick mir stehenden Füßen umher schweifen lassen, den Kopf ankommen lassen, den Geist und die abendliche Laune entscheiden lassen, was ich noch tun möchte. Innehalten dürfen…

Erinnerungssprünge überkommen mich, werfen mich ungläubig immer wieder in die Vergangenheit – in die Zeit davor… als jeder Tag so war wie der heutige. Doch damals hatte ich diese Unegtriebenheit nie gespürt – weil ich gar nicht wusste, was getrieben sein wirklich bedeutet!

Ich muss fast lachen über mich selbst. Was nur hatte mir damals suggeriert, ich hätte nie Ruhe und hätte ständig etwas zu tun? Was nur hatte ich damals ständig in all der vielen Zeit getan, die ich heute so überhaupt nicht mehr habe?

Alles vergessen und bedeutungslos. Und dieses eigentliche frei sein – auch dieses Gefühl scheine ich offensichtlich nahezu vergessen zu haben, ja gar nicht wirklich je gekannt zu haben!

Doch heute ist ein Tag, der mich in dieses Gefühl wieder hinein katapultiert hat und es es wirkt so befreiend und federleicht, dass ich kaum in der Lage bin es wirklich zu erfassen, festzuhalten – aus Angst, es verflüchtigt sich sogleich wieder in meinen zitternden Sinnen. Doch meine Sinne greifen es immer mehr, beginnen zu glauben, dass es keine Einbildung ist. Ich atme tief durch, sauge die Gewissheit auf – um diese kurze Zeit wirklich schätzen und nutzen zu können: der Ungetriebenheit.

Ja, es ist wahr – die Vertrautheit macht sich breit – es ist wie früher. Nein! Es ist schöner, tiefer, bewusster! Denn der wahre Wert erschließt sich mir nun viel mehr. Ich werde die Zeit zu nutzen wissen, denn sie wird nur kurz sein, bevor mich mein wahrer Alltag wieder einholt.

 

Doch bis die Kinder wieder daheim einkehreren, mich mit Hunger und Müdigkeit ins Auto treiben, meine Füße daheim die Treppe hoch ins Bett jagen, meine Gedanken um „Hände waschen vor dem Abendessen vor dem Abendessen noch was zum Anziehen für morgen rauslegen wo ist nur die neue Zahnpasta wir haben vergessen Brot zu kaufen“ herumtreiben… ja, bis dahin bleibt mir noch eine Wohe fast unvergesslicher Ungetriebenheit….

Sa’Nayas Erwachen

Ein tiefer Wald, die Bäume vom Alter hoch getrieben,

Erdige Luft, dem Klang versteckter Tiere ergeben,

Sanfter Wind umsäumt das ferne Blätterdach,

Das Morgenrot weckt das Leben voller Gemach.

 

Ein Schimmer den Dunst durchbricht – Elfenhaut, rein und klar,

doch die Sinne noch getrübt – verwirrt und starr.

Voll Unwissen, welcher Weg sie in den Wald geführt,

und welch wahre Herkunft ihr Elfenblut gebührt.

 

Nur ihr Name, der ist ihr wohl gewiss –

Sa’Naya, das andere Wissen ihr die Nacht entriss.

Doch ein kleiner Brief lässt Mut entzünden

die Worte den Anfang einer Reise verkünden….

 

 

 

 

Schicksalsfilme

Und wieder einmal fand mein begeisterungssüchtiges Herz heftige Erfüllung im neuesten Star Wars Teil. Ja, ich verliere mich immer wieder aufs Neue mit großer emotionaler Tiefe in die Geschichte. Ich kann einfach nicht genug von dem Universum und dem ewigen Märchen bekommen. Es mag andere geben, die mit den neuen Filmen nicht mehr so viel anfangen können – doch für mich bedeuten sie Erfüllung lang ertragener Sehnsucht und ein Stückweit Rückkehr zur alten SW-Seele.

 

Ein Punkt, der mich als Fan und auch als Autorin so intensiv berührt und mein Herz bewegt, ist mir dieses Mal bewusst geworden: dieses nun schon lange währende Star Wars Märchen erstreckt sich über einen langen Zeitraum – und führt das Schicksal der einst so jungen Charaktere aus den alten Filmen, die uns mit ihren jungen Abenteuern mitgerissen haben, nun ins Alter. Die Lebensgeschichten, die Schicksale, sie werden nach und nach komplettiert, was schließlich zu einem erfüllten und unumkehrbaren Schicksal führt. Ist es nicht häufiger so, dass eine Geschichte an einem tollen Punkt endet – und der Leser/Zuschauer sich dann ggf. selbst im Kopf ausmalt, wohin die Reise noch gehen könnte? Doch hier wird die Geschichte der Charaktere, die einen seit jeher so begeistert haben, nun im Alter präsentiert (mehr möchte ich hier nicht schreiben, bitte selber Filme schauen ;)) und zementiert.

Es wird sicher eigenartig sein, bald mal wieder die alten Filme zu schauen – und dieses Mal genau zu wissen, was diese jungen Männer und Frauen viele Jahre später erwarten wird…

 

Ein interessanter Punkt aus Schreibersicht. Ich finde es faszinierend, dem Leser solche Lebensgeschichten präsentieren zu können – gefüllt von schicksalhaften Erfahrungen, die einen auch Jahrzehnte später noch prägen und weisen. Und dem Leser zeigt: auch in der Fiktion kann so ein Leben sehr gefüllt sein, von Liebe, Hoffnung, Leid und Sehnsucht – alles hinterlässt seine Spuren auf dem Weg. Ich empfinde dies als emotional äußerst mitreißend, weil es mir selber bewusst macht: das Leben schreibt die wahren Geschichten!

Truegerische Einigkeit

Trügerische Einigkeit

Es ist der Glaube an die Hoffnung,
Der einen stetig weiterträgt
Über die Steine der Enttäuschung,
Vom Irrglaube in den Weg gelegt.

Manch ein Schritt, er kostet Kraft,
Da Zuversicht gelähmt von Traurigkeit.
Wenn ein Berg mal wieder ist geschafft,
Das Herz nur kurz vom Schmerz befreit.

Die dunkle Stille, sie hält an –
Quält mit Bedacht den so naiven Geist.
Nur die eine Frage schreit dann und wann:
Steht man doch so allein, da nur Trug die Einigkeit verheißt?

Warpgeschwindigkeit

„Aber Mama, wäre es jetzt nicht total cool, wenn wir gleich auf Warpgeschwindigkeit gehen würden?“

Nicole horchte auf und ihre Aufmerksamkeit wanderte weg von dem stetigen Strom an Passagieren, der den Flieger füllte.

„Warp? Meinst du Lichtgeschwindigkeit?“ Ein offenbar gewohnt fragener Blick tat sich zwischen den zwei hochgezogenen Augenbrauen der blonden Mama auf.

Rollende Augen gaben ihre eine Antwort. „Ach was, Mama – schneller als das Licht! Das habe ich dir doch erklärt! Unser Flugzeug braucht einem Warpkern, der Materie und Antimaterie bündelt und damit die benötigte Energie produziert, um jenseits der hiesigen Sterne das Unbekannte zu entdecken.“

Leises Schmunzeln umkreiste Mutter und Sohn.

„Und wenn es da draußen doch gar nichts zu entdecken gibt?“

„Glaubst du das wirklich?“ Immer mehr Gesichter richteten sich verstohlen zum Jungen hin. Nicole sah nur noch seine glühenden grünen Augen. „So viele Sterne, so viele Konstellationen! Da draußen muss es noch andere Wesen geben! Alles andere wäre vom Schicksal doch viel zu langweilig ausgedacht!“

Nicoles Blick wanderte unwillkürlich Richtung Fenster. Blauer Himmel strahlte ihr unschuldig entgegen.

„Und wenn sie feindliche, aggressive Wesen sind?“

„Hey, sind wir das derzeit nicht auch irgendwie?“, konterte der Junge mit vielsagendem Blick. „Wir können ja froh sein, wenn wir uns selbst überleben. Aber wenn wir das geschafft haben – unvorstellbar, was für neue Abenteuer das Universum für uns bereithalten könnte! Wieso sind nicht alle so neugierig wie ich? Die Sterne sind doch ein viel spannenderes Ziel als all der Kram, den man ständig in den Nachrichten hört.“

Die Mithörenden waren offenbar derselben Meinung, erkannte Nicole. Hier ein Nicken, da ein wehmütiges Lächeln. Wäre dies ein Raumschiff, es hätte schon eine halbe Besatzung zusammen.

Der Junge verstaute das Universum seines Rucksacks in der Gepäckablage. Das Feuer in seinen Augen verriet Nicole, dass er anstatt Müsliriegel und iPad gerade viel lieber einen Tricorder und Phaser bei sich wüsste. „So viel Feindlichkeit kann es da draußen gar nicht geben. Oh Mama, ich würde jetzt viel lieber zu den Sternen fliegen!“

Das Schmunzeln wanderte durch die Reihen und holte auch Nicole ein.

Als der Pilot durchgab: „Ready for departure“, durchdrang Nicole ein unverhofftes Gefühl der Enge. „Warp 1. Energie!“, flüsterte sie.

Aus der Ich-Perspektive betrachtet

Nun habe ich zwei Buchreihen – eine davon wohl jedem als „Die Tribute von Panem“ bekannt – gelesen, die in der Ich-Form geschrieben sind.

Ich war äußerst gespannt, wie es sich:

  • als Leser anfühlt, in solch eine Erzählperspektive hinein versetzt zu werden
  • vom Autor umgesetzt wurde, solch eine Erzählpersepektive zu gestalten.

 

Bei der Askir-Reihe muss ich zugeben, dass ich beim Aufschlagen der ersten Seite unerwartet heftig enttäuscht war, als ich sah, dass mich die Ich-Perspektive erwartete. Ich konnte mir partout nicht vorstellen, dass es mir gelingen würde, eins zu werden mit der MÄNNLICHEN Hauptperson.

Und war völlig fasziniert davon, wie einfach sich dies schon nach wenigen Seiten erwies!

 

Das Lesen dieser Buchreihen hat meinen Schreiberhorizont enorm erweitert. Diese Perspektive ermöglicht ganz andere Arten der Gefühls- und Gedankenübermittlung. Was mir auffiel:

Man muss gar nicht so viel beschreiben, vieles kann man als Leser auch so gut empfinden.

Die Emotionstiefe und auch -heftigkeit kann deutlich intensiver ausfallen.

 

Es schränkt aber auch manches ein bzw. verlangt einiges an Autorenkunst ab, wenn es darum geht, dem Leser auch die Gedanken, Empfindungen, Emotionen der mitagierenden Personen zu vermitteln. Dabei sind gut überlegte Dialoge nicht alles!

 

Resümee: meine Finger kribbeln danach, sich auch einmal an dieser Perspektive auszuprobieren. Dank eines kreativen Traumes, den mir mein Kopf vor einiger Zeit beschert hat, hätte ich auch schon eine gute Story-Grundlage, an der ich mich selbst erproben könnte:

Eine Unterwasserwelt voller Höhlen – die weiten und tiefen Gängen mit wertvollen Rohstoffen gefüllt. Als die Menschen diese Welt entdecken, stellen sie fest, dass die menschenähnlichen Unterwasserwesen in der Lage sind, diese wertvollen Rohstoffe im festen Gestein zu finden.

Da diese Wesen keine Andeutungen an Kommunikation zeigen, werden sie für primitiv befunden. Doch sie sprechen erstaunlich auf mentale Kontrollmechanismen an, die es ermöglichen, ihre natürlichen Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Bald schon ist ein effizientes Abbausystem errichtet.

Doch eine Frau, frisch von der Tauchakademie in ihrer neuen Tätigkeit auf der ozeanischen Abbaustation angekommen, bemerkt bei ihren Tauchgängen, dass diese Wesen auf telepathische Art und Weise miteinander kommunizieren – und erkennt mehr und mehr, dass sie die Gedanken versteht. Sie kann sich ihre Fähigkeiten nicht erklären. Als sie schließlich herausfindet, dass die Wesen dabei sind, einen Widerstand gegen ihre geistige Versklavung aufubauen, beginnt sie, ihre gesamte Mission in Frage zu stellen…

Freiheit der Unendlichkeit

Leicht besänftigt halten sie im Dunkel inne

Die ewig aufgewühlten Sinne

Der Blick verweilt am nächtlichen Himmelsschein

die Gedanken horchen ganz tief hinein

fragen nach dem Grund der Getriebenheit

von der das Herz wohl nie wird befreit

 

Was will der Geist vom Schicksal hören?

Dass es ihm auch kann Ruhe gewähren?

Doch ist es wirklich das, was er verlangt?

Weil er um sein Wohlergehen bangt?

Ist’s nicht eine andre Frage, die da ruft?

Seit jeher nach einer Antwort sucht?

 

Die Nacht, sie offenbart die Tiefe der Ferne

Voller Unendlichkeit leuchten die Sterne

Das ist es, was den Geist beschäftigt

Erneut die stete Unruhe bekräftigt

Welch Zufriedenheit es wohl der Seele gäbe

Wenn sie die Freiheit der Unendlichkeit erlebte?

 

 

(Gestern Abend nach einem Tag voller Schreiberei.)

 

Entschuldigungsbrief

Lieber Kreativblog,

dies ist ein kleiner Entschuldigungsbrief an Dich, weil ich Dich in letzter Zeit so wehement vernachlässige. Es tut mir furchtbar leid und ich vermisse Dich auch extrem! Deine Inspiration brauche ich, das weißt Du. Doch derzeit brauche ich noch eins: mehr Zeit… mein Alltagsleben hat mich gerade heftig im Griff. Und wenn ich mal einen Freiraum finde, dann nutze ich ihn derzeit – ehlich, ich schwöre es! – ganz fleißig zum Schreiben an meinen Kristallen! Jawohl! Ich komme unerwartet gut voran und möchte diesen kreativen Fluss nutzen.

Ich würde Dir ja so gerne viel mehr davon erzählen, woran ich gerade schreibe, was mich beschäftigt, wo es klemmt. Doch Du weißt ja auch, dass hier sehr viele Menschen mitlesen könnten – und man weiß ja nie, wohin meine eigenen Ideen plötzlich unwissend auf Reisen gehen könnten… Ich möchte gerne, dass meine Ideen nur mich bei meiner eigenen Kreativreise begleiten. Ich hoffe, das verstehst Du.

Zumindest kann ich so viel sagen: es geht gerade m große Spiele, begleitet von heftigen Emotionen mich starken Hochs und Tiefs – und wohin diese Tiefs bald führen werden, das fließt gerade aus meinen Fingern heraus und will dringend erzählt werden.

In diesem Sinne – lasse ich Dir aus dem kreativen Fluss ein paar Spritzer liebe Grüße zukommen und hoffe, dass Du Dich noch ein wenig gedulden kannst, bis ich mal wieder in einen Seitenzweig des Flusses abdrifte und dort Ruhe finde, um Dir wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Deine Katharina

Aufräumen tut gut

Wochenlang nicht zum Schreiben gekommen, weil der Kopf seit der Rückkehr in die Vollzeit völlig überladen war. Doch der Abstand zur Geschichte zeigte überraschend positive Erkenntnisse. Heute hatte ich Zeit, Dinge aufzuräumen, die mich unbewusst schon sehr lange störten.

 

Ergebnis:

  • 2 Kapitel komplett gelöscht
  • 1 Nebencharakter heraus geschmissen
  • alle Anmerkungen vom letzten Vorlesen überarbeitet

 

Jetzt fühlt sich alles viel besser an 🙂

 

Und BTW: es ist immer wieder aufs Tiefste faszinierend für mich, welch eine Gefühlsflut Musik im Herzen auslösen kann. Wirkt beim Schreiben stets ungemein unterstützend!